Vorbereitung

Jeder Mensch ist im Grunde fähig, luzide Träume zu erleben. Dennoch gibt es einige Anforderungen welche erfüllt sein müssen damit man seine Träume bewusst erleben kann. Folgende Übungen und Begriffserklärungen sind von immenser Wichtigkeit und gehören zum obligatorischen "Know How" eines angehenden Oneironauten.

 

Traumerinnerung

Neben der unumgänglichen Motivation und Disziplin, das Klarträumen erlernen zu wollen, ist ein gutes bis sehr gutes Traumerinnerungsgedächtnis Pflicht. Hat man nach dem Erwachen keine Erinnerung an seinen Traum, kann es gut möglich sein, dass man zwar einen Klartraum erlebt hat, diesen aber schlicht und einfach vergessen hat. Mehrere Möglichkeiten helfen dabei, seine Traumerinnerung zu verbessern. Das führen eines Traumtagebuchs gehört mit Sicherheit dazu.

Traumtagebuch

Unser Gehirn scheint leider so etwas wie eine Löschfunktion zu besitzen welche unmittelbar nach dem Erwachen aktiviert wird und unsere Träume quasi aus dem Speicher löscht. Das führen eines Traumtagebuchs wirkt hier wahre Wunder. Auch wenn es noch so umständlich erscheint, notiere soviel wie möglich kurz nach dem Erwachen. Hast Du keine Erinnerung nach dem der Wecker geklingelt hat, bleib vorerst einige Minuten mit geschlossenen Augen liegen und versuche Dich zu erinnern, wo Du gerade warst im Traum. Was hast Du erlebt? Wer kam darin vor? Was fühltest Du dabei? Es werden sich schon nach wenigen Tagen Erfolge einstellen und die Traumerinnerunng wird frappant verbessert.

 

Autosuggestion

Die Kraft des eigenen Willens funktioniert ebenfalls sehr gut. Suggeriere Dir vor dem Einschlafen, dass Du Dich an Deine Träume erinneren wirst. Denke intensiv aber nicht verkrampft an diesen Satz und wiederhole dieses Mantra bis Du einschläfst. Diese Technik funktioniert für Fortgeschrittene übrigens auch gut um Klarträume zu induzieren (Heute Nacht werde ich einen Klartraum haben).

 

Sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen
Ich bin davon überzeugt, dass das eigene aufgebrachte Interesse für Klarträume bereits der halbe Weg zum Erfolg ist um Klarträume zu erleben. Unsere Träume setzen sich oft  aus Erlebnissen, Informationen und Gefühlen aus der Wachwelt zusammen. Beschäftigt man sich also intensiv mit dem Thema, werden bereits wichtige Information in den Traum transportiert und die Chance, Klarheit im Traum zu erlangen steigert sich. Lese Bücher, stöbere im Internet, tausche Dich aus!

 

Das kritische Bewusstsein

Um die Fähigkeit des Klarträumens zu erlernen bedarf es im Wachleben einige Übungen zu trainieren und sich bestimmte Anschauungen anzueignen. Dazu gehört unter anderem auch ein sogenannt "kritisches Bewusstsein" zu entwickeln. Dem Moment in welchem man im Traum realisiert dass man träumt, geht meist die Frage voraus "Ist das ein Traum?" Stellt man sich im Traum einmal diese Frage wird einem oft schlagartig bewusst "Ja, das muss ein Traum sein!" So oder ähnlich beginnen luzide Träume. Die Schwierigkeit dabei ist, sich im Traum daran zu erinnern, sich diese Frage zu stellen. Wie bereits erwähnt transportieren wir Informationen und Handlungen aus der Wachwelt direkt in unsere Träume. Stellen wir uns nun im Wachzustand, also im Alltag, regelmässig die Frage "Ist das ein Traum?", werden wir uns früher oder später genau diese Frage auch im Traum stellen.  Wichtig ist dabei dies mit der notwendigen Ernsthaftigkeit zu tun. Im ersten Moment scheint diese Frage seltsam und banal zu sein, denn man weiss ja, dass man wach ist. Wissen wir das wirklich? Träume fühlen sich in der Regel genauso realistisch an wie die reale Welt, wenn das nicht so wäre, wären wir uns immer bewusst dass wir träumen. Stelle Dir diese Frage also mit aller Ernsthaftigkeit. Halte Ausschau nach Surrealem und Unlogischem und stelle Dir die Frage jeweils wenn Dir irgendetwas merkwürdig vorkommt. Früher oder später stellst Du Dir diese Frage automatisch in Deinen Träumen und somit sind die Voraussetungen einen Klartraum einzuleiten gegeben. Das kritische Bewusstsein geht aber noch einen Schritt weiter: Versuche Dir des Lebens bewusst zu werden! Jeder kennt diese Situation, dass man sozusagen auf Autopilot schaltet und einfach funktioniert ohne sich Gedanken zu machen. Genauso handeln wir auch in den Trübträumen. Versuche Dir also anzugewöhnen, solche Momente im Wachleben bewusst zu umgehen. Schau Dir die Welt um Dich herum an, Hinterfrage auch banale Dinge, sei dir des Lebens bewusst und frage Dich des öfteren "was habe ich in den letzten 10 Minuten alles erlebt?"

 

Reality Checks

Eine weitere Übung welche vom realen Leben in die Traumwelt transportiert wird sind die sogenannten "Reality Checks" oder eben Realitätsprüfungen. Diese sind direkt an das kritische Bewusstsein geknüpft und für jeden Oneironauten Pflicht.

Es gibt im Traum bestimmte Prüfungen um zu testen ob man sich in einem Traum befindet. Merkwürdigerweise sind die Resultate bei den meisten Menschen dieselben. Gewöhne Dir im Wachleben an (am besten direkt nach der Frage nach dem kritischen Bewusstsein) auf Deine Hände zu schauen und Deine Finger zu zählen. Im realen Leben zählst Du fünf Finger an jeder Hand. Hast Du Dir diese Übung angewöhnt, wirst Du diesen "Reality Check" auch bald im Traum durchführen. Du wirst überrascht sein über das Resultat: Nicht selten zählt man im Traum bis zu 12 Finger an einer Hand. Ein eindeutiges Zeichen für einen Traum. Ein weiterer effektiver "Reality Check" ist der "Atmungs RC": Halte Dir im Wachzustand die Nase zu und versuche durch die Nase zu atmen. Es wird nicht funktionieren! Im Traum jedoch klappt es ohne Probleme (Du hältst Dir ja nicht wirklich die Nase zu weil Du ja schläfst, dementsprechend kannst Du problemlos durch die Nase atmen). Beide Tests sind absolut effektiv und verhelfen umgehend zur Traumklarheit. Wenn Du nun diese "Reality Checks" merhmals täglich wiederholst (5-15 mal), ist es sehr wahrscheinlich, dass Du diese auch im Traum anwenden wirst. Auch hier ist es sehr wichtig, die "Checks" mit der nötigen Ernsthaftigkeit durchzuführen. Versuche also im realen Leben Dir diese "Reality Checks" anzugewöhnen. Damit Du auch regelmässig daran denkst, gibt es einfache Tricks: Mache zum Beispiel immer dann einen "Check" wenn du eine Katze siehst, an einer roten Ampel stehst oder einen Schluck Wasser trinkst.

Weitere "Reality Checks" findest Du hier.

 

 

 

 

 

 

Schlafparalyse

Die Schlafparalyse oder auch Schlafstarre genannt, tritt während der traumintensiven REM Schlafphase auf. Sie ist ein Schutzmechanismus des Körpers und lähmt diesen komplett bis auf die Atmungs - und die Augenmuskulatur. Die Starre verhindert, dass man während des Traumes um sich schlägt und sich oder andere verletzt. Jeder von uns erlebt die Schlafparalyse mehrmals pro Nacht, wenn auch nicht bewusst. Bei gewissen Klartraum Techniken kann es sein, dass man diese bei vollem Bewusstsein miterlebt. Oft wird die Schlafparalyse von Halluzinationen und lautem Lärm begleitet. Nicht selten treten dabei unangenheme Gefühle wie Druck auf der Brust oder Atmungsnot auf.  Die Schlafparalyse ist aber völlig ungefährlich, absolut natürlich und dauert in der Regel nur wenige Sekunden wenn man sie bemerkt. Oneironauten sollten versuchen die Schlafparalyse als etwas positives zu empfinden, denn nicht selten leitet diese einen Klartraum ein.

Auch Nicht-Klarträumer erleben von Zeit zu Zeit eine Schlafparalyse bei Bewusstsein.

 

 

 

Hypnagoge Bilder

Im Zusammenhang mit dem Träumen, stösst man immer wiedermal auf den Ausdruck hypnagoge Bilder oder Hypnagogie. Dabei handelt es sich um einen Bewusstseinszustand während des Einschlafprozesses welcher oft mit traumartigen Bildern oder Halluzinationen einher geht. Aus hypnagogen Bildern entstehen oft Szenen welche dann in einen Traum münden. Für Klarträumer sind Hypnagoge Bilder für bestimmte Techniken äusserst hilf - und aufschlussreich.

 

 

Falsches Erwachen
Das falsche Erwachen ist ein häufiges Phänomen bei luziden Träumen. Wie es der Name schon erklärt, denkt der Träumende er sei gerade erwacht, obwohl er eigentlich noch schläft. Gerade bei Klarträumen ist dieses Phänomen äusserst realistisch und man merkt im ersten Moment nicht, dass es sich um einen Klartraum handelt. Auch hier sorgt ein seriöser "Reality Check" umgehend für Klarheit. Wenn Du also keinen Klartraum versäumen willst, macht es Sinn nach jedem Erwachen einen "Reality Check" durchzuführen.

 

Der Traumkörper

Es gibt Techniken einen luziden Traum zu induzieren, bei welchen der Traumkörper eine wichtige Rolle spielt. Bei einigen sogenannten WILD Techniken, spürt der Träumer  seinen Körper den er während des Traumes inne hat bzw. er verlässt seinen schlafenden Körper und schlüpft in seinen Traumkörper. Der Träumer windet sich dabei aus seinem Schlafkörper und sieht diesen rechtwinklig unter sich liegen während man sich mit seinem Traumkörper langsam von seinem Bett entfernt. Dies ist oft der Beginn eines luziden Traumes. Man nennt solche intensiven und nicht selten euphorischen Erlebnisse auch "Ausserkörperliche Erfahrungen". Dieses Phänomen gehört in der Regel zum Repertoire eines Oneironauten.

 

 

 

 

Einen Klartraum stabilisieren
Zu Beginn hat ein Anfänger oft damit zu kämpfen, dass er sich nur sehr kurz in einem Klartraum halten kann. Meist führt die Aufregung, welche man erfährt wenn man Klarheit erlangt, zu einem ungewollten Erwachen. Es gibt einige Stabilisierungsmassnahmen um sich länger im Traum zu halten:

 

- Reibe Dir die Hände

- Drehe Dich um die eigene Achse

- Rufe laut "Klarheit sofort!"

- Konzentriere Dich auf einen Deiner Sinne

- Überzeuge Dich selbst, dass Du im Traum bleibst

Es braucht etwas Übung um die Stabilität eines Klartraumes zu beeinflussen, aber mit ein wenig Routine lassen sich luzide Träume spürbar verlängern.

 

Präluzid

Wie bereits erwähnt, kann die Klarheit während oder vor eines luziden Traumes variieren. Wenn der Oneironaut von Präluzid spricht, meint er damit eine Vorstufe des luziden Traumes. In diesem Stadium realisiert der Träumer zwar dass er träumt, ist jedoch in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt. Oftmals denkt der Träumer dann nicht daran einen "Reality Check" zu machen, wird von irgendetwas abegelenkt und vom Traum geleitet, ohne dass er Einfluss darauf nehmen kann. Für einen Anfänger ist der präluzide Zustand aber bereits ein Erfolgserlebnis und sollte auch als solches anerkannt werden.